Geschichte der Ling Zhi Heilpilz...

In China und Japan ist der Pilz seit 4 Jahrtausenden als Heilmittel bekannt und genutzt.

Erstmals schriftlich erwähnt wird der Ling Zhi Heilpilz in dem klassischen Buch der chinesischen Kräuterkunde und Natur-medizin, dem Shen Nong Ben Cao Jing, bekannt auch unter dem Übersetzungstitel Divine Farmer's Materia Medica. Es ist die weltweit älteste Schriftensammlung über Ackerbau und Heilpflanzen. Sie wurde nach dem Namen des legendären chinesischen Kaisers Shennong benannt. Shennong, wörtlich übersetzt "göttlicher Bauer", soll vor ca. 5000 Jahren gelebt und unter anderem als Lehrer für Ackerbau und Naturmedizin gewirkt haben. Er gilt auch als einer der "Gründerväter" der chinesischen Kultur. Sein Wissen wurde über viele Generationen mündlich weitergegeben und als Shen Nong Ben Cao Jing vermutlich in dem Zeitraum zwischen 300 v. Chr. und 200 n. Chr. erstmals schriftlich zusammengefasst. Das Orginalbuch ist zwar nicht mehr vorhanden, es gibt jedoch Abschriften davon.
In dem auch heute noch vielbeachteten Buch werden 365 medizinische Substanzen, darunter viele Heilpflanzen, vorgestellt und es wird beschrieben wie sie bei insgesamt 170 verschiedenen Erkrankungen eingesetzt werden können. Im Shen Nong Ben Cao Jing  wird Ling Zhi als allerhöchste Heilpflanze klassifiziert: Langanhaltende Einnahme von Ling Zhi mache den Körper leicht, schütze vor Altersschwäche, verlängere das Leben, so als würde man unsterblich werden. Es mache den Geist friedvoll und sorgenfrei und unterstütze Mut und Willenskraft. Und je nach Ling Zhi Sorte, so heisst es, stärke es entweder mehr das Milz Qi oder das Nieren Qi oder das Leber Qi.

Der "königliche Pilz" war im alten China zeitweise nur dem Kaiser und hohen taoistischen Mönchen vorbehalten. Man sagte ihm nicht nur gesundheitliche sondern auch energetische und spirituelle Wirkungen nach.
Da man sehr lange ausschliesslich auf das geringe natürliche Vorkommen angewiesen war, galt das Finden eines Ling Zhi Pilzes als Glücksfall und gutes Omen für den Finder. In Japan wurde er deswegen auch Phantom-Pilz genannt und sein Gewicht wurde in Gold aufgewogen.

Li Shizhen, einer der bedeutendsten und anerkanntesten Kräuterkenner der chinesischen Geschichte, schrieb im 16. Jahrhundert n. Chr. in seinem historischen kräutermedizinischen Werk Ben Cao Gang Mu ausführlich über die besonderen Heilwirkungen des Ling Zhi Heilpilzes. Li Shi Zhen arbeitete 27 Jahre lang an diesem Buch und beschrieb darin 1094 verschiedene Kräuter und 1800 verschiedene chinesische Medikamente. Noch heute gibt es 5 Exemplare der Erstausgabe dieses Buches aus dem 17. Jahrhundert. Das Ben Cao Gang Mu gilt bis in die Gegenwart als chinesische Enzyklopädie und als Meisterwerk orientalischer Medizinliteratur.

Viele Legenden rankten sich um den Heilpilz. Zu seinen Ehren wurden Feste gefeiert. Über dem Hauseingang hängend, sollte er auch vor bösen Geistern und Dämonen schützen.

Ling Zhi/Reishi wird in Ostasien nicht nur als wichtigster Heilpilz, sondern als König aller Heilkräuter gesehen und wird damit noch vor dem Ginseng als die Nr. 1 eingestuft.


In den 1970er Jahren wurde ein Verfahren für den Anbau der Reishi Pilze entwickelt. Seither können sie weltweit in grossen Aufzuchtfarmen kultiviert werden und gewinnen nun auch im Westen schnell an Bekanntheit. Führend in der Produktion ist China, gefolgt von Japan, Taiwan, Korea, Thailand, Malaysia, Vietnam, Indonesien, Sri Lanka. Von der Saat bis zur Ernte des Kulturpilzes dauert es 2 Jahre.

Lt. der chinesischen, japanischen, vietnamesischen und koreanischen Naturmedizin und zunehmend auch bestätigt durch westliche Forschung, wirkt der Heilpilz:

- Kopfschmerz lindernd
- verbessernd auf Hörvermögen, Sehvermögen, Gedächtnis
- gegen Erschöpfung und chronische Müdigkeit
- gegen Ängste und Depressionen
- gegen Schlaflosigkeit, Nervosität und Tinnitus
- gegen Herzmuskelschwäche und Coronarinsuffizienz
- gegen Hepatitis und Leberschwäche
- entgiftend und als Antioxidanz
- unterstützend bei Krebstherapie
- mildert Nebenwirkungen einer Chemotherapie
- gegen Wechseljahrbeschwerden
- senkt Bluthochdruck
- senkt hohe Cholesterin- und Blutzuckerwerte
- stärkt die Immunabwehr
- gegen Entzündungen, Bakterien, Viren
- antithrombotisch und durchblutungsfördernd
- gegen Gelenkschmerzen
- gegen Magengeschwüre
- gegen Hauterkrankungen, Neurodermitis, Allergien
- gegen Übergewicht und Hämmorhoiden
- gegen Bronchitis und Asthma

Japans Reishi-Klassifizierung:

Der Reishi Pilz wird in Japan in 5 Typen klassifiziert. Die Typen werden nach der jeweiligen farblichen Ausprägung des Pilzes benannt und haben etwas variierende Schwerpunkte in den Heilwirkungen.

aoshiba            - blauer Reishi: für Augen/Sehkraft, Leber/Galle, Nervensystem.
akashiba          - roter Reishi: für innere Organe, Konzentrationsvermögen, Lebenskraft.
kishiba             - gelber Reishi: für Milz und einen friedvollen Geist.
murasakishiba - purpurner Reishi: für Hörvermögen und Bewegungsapperat.
kuroshiba         - schwarzer Reishi: für Lunge, Lebensmut, Willenskraft.
          
gelegentlich wird noch ein 6. Reishi-Typ erwähnt:
shiroshiba        - weisser Reishi.

Es ist der rote Reishi, der als am wertvollsten für Heilzwecke erachtet und daher in den weltweiten Züchtungen kultiviert wird.

Chinas Ling Zhi Klassifizierung - gemäss dem Shen Nong Ben Cao Jing:

In der alten chinesischen Tradition wird der Heilpilz in 6 Typen klassifiziert. Die Typen werden nach der jeweiligen farblichen Ausprägung des Pilzes benannt und haben etwas variierende Schwerpunkte in den Heilwirkungen, ganz ähnlich wie bei der Einteilung in der japanischen Naturmedizin.

Qing Zhi    -
ganoderma viridis, der grünliche Ling Zhi:
                    für die Augen, das Leber-Qi, seelische Ausgeglichenheit.
Chi Zhi      - ganoderma rubra, der rote Ling Zhi:
                    für die Lunge, das Herz-Qi, Gedächtnis und Verstand.
Huang Zhi - ganoderma aurea, der goldfarbene Ling Zhi:
                    für das Milz-Qi, gegen ungute Energien im Bereich Herz
                    und Bauch, für seelische Ausgeglichenheit und Sorgenfreiheit.
Bai Zhi      -  ganoderma alba, der weisse Ling Zhi:
                    für das Lungen-Qi, gegen Husten und Schnupfen,
                    für Mut, Willenskraft und Unerschütterlichkeit.   
Hei Zhi      - ganoderma nigra, der schwarze Ling Zhi:
                    für das Nieren-Qi, gegen Blasenprobleme und Probleme
                    mit den ableitenden Harnwegen, für das Gehör.
Zi Zhi        - ganoderma purpurae, der purpurne Ling Zhi:
                    für Gelenke, Knochen, Sehnen und die gesamte Lebenskraft.